Wisse, Geist im Unbekannten,
Den die Väter Gott genannt,
Keiner kennt die neuen Reiche,
Der nicht greift nach Deiner Hand.
Hier, so stehe ich vor Dir
Wortlos tief in Deiner Lust,
Bin ich Dein, so nehme ich Dich
Ganz hinein in meine Brust.
Blutwarm wieg’ ich Dich in meinem Arm,
Hautnah fass ich Dich in allem
Und wie müde Blätter will ich
Ganz in Deinen Atem fallen.
Nur ein Hauch ist Ewigkeit,
Die die Stimme sanft umschließt.
Wir sind Sternenkinder, bald
Sich in uns das All ergießt.
Wisse, Großer Geist der Nähe,
Dessen Liebe Seelen schuf
Lauschend find‘ ich in der Stille
Deinen lichterfüllten Ruf.
Und so wend‘ ich meine Hände
Hin zu Deiner Liebestat,
Zu der Zeiten großen Wende
Folg‘ ich Dir auf Deinem Pfad –
Der die Wahrheit uns erschließt:
Ein in sich unentwegtes Werde,
Das allein durch Christi Kraft
Neu sich Menschenbild und Erde
Frei von Todesangst erschafft.
Rolf Wolfgang Krauss