Wie Blätter von einem Baum

Der Herbst zieht ins Land.
Noch einmal streift ein buntes Lächeln fast zärtlich die Bäume.
Ich warte bereits auf den Schnee und die dunkle Ruhe darinnen.

Was will ich noch wissen, da ich doch weiß,
Dass es nicht gewusst werden kann?
Eher erahnt, erfühlt, erlitten –
Und selbst in Worten geoffenbart noch verborgen!
Denn wenn ich es wirklich wüsste,
Sollt ich’s nicht lieber wieder vergessen?
Und wenn ich es nicht weiß, nicht wissen kann,
Wozu sollte ich dann, es zu wissen begehren?

Waren nicht all meine Worte
Nur wie Blätter von einem Baum?
Kaum ein Windhauch und schon weht das dürre Laub davon.

Wozu also bin ich nutze?

Ich bin bloß ein Sänger der wartet auf das hohe Lied der Freude,
Der hofft auf die Stunde, da Deine Harfe sein Herz zum Klingen bringt.

Fern von allen Sternen
Bin ich doch der Sonne nah.
Nah in allen Fernen,
Die ich in mir selber sah!

Das schönste Lied scheint mir zu schweigen,
Der schönste Ton wird nie gespielt.
Das schönste Bild lässt sich nicht zeigen,
Das letzte wird kaum je erfühlt.

Rolf Wolfgang Krauss