Mars in den Armen der Venus

Für Sandro Botticelli

Du, da Du daliegst,
Den Arm der Spannung entlassen,
Ausgestreckt in der Weite des Lagers,
Das mir nun Himmel ist,
In den ich mich schenke –
Dich liebend im tönenden Widerstand Deiner Lippen,
Die es erst klingen machen, mein sehnendes Herz,
Gleich einem Bogen,
Der aufs Neu nun die Sphären des Weltalls umspannt,
Darin Du, Pfeil geworden, in herrschender Silbe ausströmst,
Im Lautoffenbaren mich durchdringend in Dir
Als mein innigster Wunsch.
Ja, Du bist es! Du, da Du bist – noch immer – der eherne Mars.
Doch wie im Entsagten verwandelt
Durch meiner Berührung belebenden Blick,
Jetzt da Dein Herz am Widerstand erwacht
Sich freimütig fügt in liebender Pflicht.
Hell tönt aus Dir der vereinte Klang
Zu alles erweckendem Leben.

Rolf Wolfgang Krauss