Wie es sich unablässig stets bewegt und doch in regungsloser Ruhe
im Fließen sich verströmend, an alle Formen angeschmiegt,
fast lauschend und ergeben dem Unnennbaren übergibt,
so scheint sein Sein, nicht mehr von dieser Erde
und doch webt es im Schweren wie im Leichten
und steigt und fällt in Schleiern und in Farben.
In allem Leben, allem Werden
selbst im Vergehen und im Sterben
bleibt es wie unberührt enthalten –
In ihm, das niemals wirklich ist, als was es uns erscheint,
das allem folgt, weil alles ihm in seinem Folgen Folge leistet,
weil es zugleich im Fallen sinkt und in dem Sinken steigt
hinauf ins All als wär’ es bloß hinunter,
und da es fest geworden fast wie Eisen
sich wieder löst im Sonnenlicht.
So sinkt’s und steigt’s und saugt und schafft
Ist sanft und urgewaltig gleichermaßen,
einfach in seinem völligen sich Überlassen,
ist Pfütze, Meer und Ozean, wird Bach und Fluß und Weite.
Wohl dem, der mit ihm eines wird,
er schreitet selbst aus sich geheilt
schwerelos über alles Schwere hin
und ist gleich Christ getauft mit einem neuen Wein,
das Blut der Erde, es wird sein Zeugungswasser sein,
auf dass er zeuge und bezeuge, was allein
im Geiste wirklich bleibt und ist, durch seiner Worte Feuertaufe.
Rolf Wolfgang Krauss