Bekenntnis

Was Du gemalt, gedacht, geschrieben,
Es hat Dich immer nur das angetrieben,
Was Du nicht finden kannst im außen oder innen,
Denn was Du selber bist, kannst niemals Du beginnen –
Die Liebe hältst Du niemals in den Händen.
Sie kann Dich nur im Herzen warm durchströmen,
Magisch voll Kraft in Deiner Stimme tönen!

Solang Du noch nach irgendetwas strebst,
Nicht aus des Herzens ganzer Fülle lebst
Wird es Dir niemals wirklich glücken
Der Zeit in einem Augenblicke zu entrücken.
Das Blatt des Schicksals wirst Du doch nicht wenden
Ewig ein Bettler bleiben und mit leeren Händen
Ratlos am Rand des Abgrunds vor Dir selber stehen.

Zu ihr kannst Du nur dann gelangen,
Wenn Du bereit bist zu empfangen,
Im Einklang Dich der freie Wille lenkt
Der Dich mit einem wachem Geist beseelt:
Erkenn: Du selber bist es, der Dich quält!
Doch alle Worte sind ja nur wie eines Wildes flücht’ge Spur
Wie Steine in einem trocknen Fluß –

Lebendig wird die Poesie alleine durch der Muse Kuß.

Rolf Wolfgang Krauss